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Unmittelbar nach Fertigstellung des 2. Bandes dieser Reihe
„Zur Geschichte der Garnison Halberstadt und ihrer Truppenteile 1623 - 1994”
erhielt der Verfasser völlig unerwartet von Herrn Julius Maske aus Trondheim (Norwegen) ein großzügiges Geschenk in Form einer Kopie des
„Tagebuch für August Maske vom 7. Juli bis 11. Dezember 1815”.
Dieser August Maske war der Urgroßvater des oben genannten und zog als Freiwilliger des Halberstädter Jäger-Bataillons mit in den Feldzug gegen Frankreich1815.
August Maske war am 20. Dezember 1793 im benachbarten Wegeleben geboren und in erster Ehe mit Henriette Emilie Schwennicke verheiratet. Die Familie wohnte zunächst Gröperstraße 1187 (später Nr. 49), ab 01.04.1854 Gröperstraße 1241 (später Nr. 29). Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor:
Adolph, geb. 09.02.1827
Karl August, geb. 13.06.1832
Julius August Ludwig, geb. 12.04.1834.
Letztgenannter ist Gründer des in Fachkreisen europaweit bekannten Unternehmens JULIUS MASKE AS (Buchbinderei, Großdruckerei, Papierhandel) mit Stammsitz in Trondheim und Betrieben in Bodö, Namsos und Alesund.
In zweiter Ehe war August Maske mit seiner Schwägerin Karoline Schwennicke (geb. 23.08.1802) verheiratet, nachdem deren Schwester kurz nach der Geburt des Julius August am 04.05.1834 verstorben war. August Maske war Kanzlist am Oberlandesgericht Halberstadt, dessen Vorsitzender Chr. Friedrich Bernhard von Steltzer war. August Maske starb am 14. Juni 1854.
Herrn Julius Maske gilt mein zweifacher Dank: Einmal, weil er mir dieses sicher in seiner Einmaligkeit vorhandene Zeitdokument großzügigerweise überlassen hat und zum anderen, weil er mir erlaubt hat, es in dieser sicher nicht nur für uns Halberstädter interessanten Broschürenreihe veröffentlichen zu dürfen. Das Tagebuch ist eine wertvolle Ergänzung des 2. Bandes und wird als Sonderband der Öffentlichkeit vorgestellt.
Als Ergänzungen zum Tagebuch seien noch einige Auszüge aus zeitgenössischen Quellen angefügt, die bezug auf den Feldzug 1815 nehmen:
1.) Aus G. Arndt „Chronik von Halberstadt 1801 - 1850” (1908 b. Schimmelburg Halberstadt):
1815
Am 7. Juli standen vier Kompagnieen der hiesigen Freiwilligen, um in der Martinikirche dem König den Eid der Treue zu leisten und dann am 8. Juli nach Frankreich zu ziehen. Aber diese tapferen Männer kamen zu spät; bevor sie die Grenzen des Vaterlandes überschritten hatten, war am 7. Juli Paris eingenommen, eine Nachricht, die am 11. Juli nachmittags mit Glockengeläute begrüßt wurde.
Am 12. Juli wurde das hiesige Militärgouvernement zwischen Elbe und Weser aufgehoben; die Geschäfte gingen auf den kommandierenden General v. Ebra über, während der Geheime Staatsrat und Zivilgouverneur v. Klewitz die Verwaltung des Landes übernahm.
Wegen der Eroberung von Paris wurde auf den 23. Juli eine feierliche Dankpredigt nebst Absingung des Te Deum angeordnet.
Am 18. Oktober wurde die Erinnerung an die Schlacht bei Leipzig bei sehr günstigem Wetter auf der Klus gefeiert. Eine mächtige Flamme loderte empor, patriotische Gesänge tönten durch die stille Abendluft, ein dreimaliges Hoch erscholl auf die deutschen Fürsten. Ebenso wurde den tapferen deutschen Kriegern ein Hoch gebracht, während ein feierliches Requiem der für König und Vaterland gefallenen Helden gedachte. Die Flamme auf der Klus war noch nicht erloschen, da war keine Anhöhe, kein Ort in weiterer Ferne, wo nicht auch die Flamme emporloderte, hinauf bis zum Brocken.
Am 12. Dezember kehrten die freiwilligen Jäger aus Frankreich zurück und hielten ihren feierlichen Einzug durch das festlich geschmückte Johannistor. Das Detachement wurde darauf aufgelöst.
2.) Aus F. G. Nagel „Bilder aus der Heimat - die denkw. Jahre von 1806 - 1815” (urspr. bei Lindequist & Schönrock Halberstadt 1848, Nachdruck 1955, Verlag Kultur und Fortschritt Berlin):
Jedoch auch 1815 verschmähete es der König nicht, seine Freiwilligen wieder unter die Waffen zu rufen.
Wie in allen größeren Städten des Königreichs erstanden auch zu Magdeburg, zu Halberstadt, zu Großoschersleben, zu Duderstadt, Mühlhausen u. f. neue Schaaren freiwilliger Jäger.
Zu Halberstadt wurden ihrer vier Kompagnien zu Fuße errichtet, geführt von den Lieutenants Jäger, Schäffer, d’ Hauteville und Hofmann. Sie traten schon im April zusammen, wurden jedoch erst um die Mitte des Junius in der Martinskirche vereidigt.
Gleichzeitig mit den Fußjägern ward eine Schwadron reitender Jäger zu Großoschersleben errichtet, welche sich dem zweiten westpreußischen Dragoner-, jetzigen fünften Cuirassierregimente anschloß und vom Premierlieutenant v. Brozowky geführt wurde. Diese Leute, welche meistentheils gebildeten oder doch wohlhabenden Familien angehörten, machten sich selbst beritten und equipirten sich sehr stattlich auf eigene Kosten. Sie trugen grüne Kollets mit rothen Kragen und silbernen
Schuppenepauletten und führten Säbel und Pistolen. Das Korps war 200 Pferde stark, brach ebenfalls erst im Anfange des Julius auf und zog über Kassel, Köln, Aachen und Lüttich nach Paris, wo der Feldmarschall Blücher bei der Musterung sein Bedauern zu erkennen gab, daß eine so stattliche Mannschaft nicht mehr am Kampfe für das Vaterland habe Theil nehmen können.
Außerdem sammelten sich noch zu Duderstadt im Eichsfelde drei Kompagnien freiwilliger Jäger zu Fuße, damals bekannt unter den Nummern des 8., 9. und 10. Detachements freiwilliger Fußjäger zwischen Elbe und Weser. Diesen schloß sich ebenfalls eine Schwadron reitender Jäger an. An der Spitze der ganzen Mannschaft zu Fuße und zu Pferde stand der Rittmeister Koch. Wir gedenken ihrer noch besonders, weil wir unter ihnen, als sie am Rheine ankamen und dort im Thale von Ehrenbreitstein vom damaligen Oberbefehlshaber des 6. Armeekorps, dem Generallieutenant von Appen, gemustert wurden, mehrere Landsleute und Bekannte aus der Heimath vorfanden, alle noch von frischem Muthe und dem lebhaften Wunsche beseelt, sich mit dem Feinde zu messen.
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